alle Aktuell

Ausstellung: „Ach, wäre nur der Krieg vorbei…“

Spurensuche in der Ukraine – Von West nach Ost auf der Marschroute meines Großvaters

Projekt und Fotos von Louisa Marie Summer

15. September bis 16. Oktober 2026 / Kapelle der Versöhnung / Bernauer Straße 4 / 10115 Berlin

Die Fotografin Louisa Marie Summer nimmt Besucher:innen mit auf eine Spurensuche in der Ukraine – entlang der Marschroute ihres Großvaters. Ihre Bilder öffnen einen persönlichen und zugleich gegenwärtigen Blick auf ein vom Konflikt gezeichnetes Land. Sie laden dazu ein, über Erinnerung, Verantwortung und die Sehnsucht nach Frieden nachzudenken.

Das Fotoprojekt basiert auf der Familiengeschichte der Fotografin. Jahrzehntelang schwieg ihr Großvater über den Zweiten Weltkrieg, seinen Marsch durch die Ukraine und den Russlandfeldzug. Erst gegen Ende seines Lebens „wurde der Panzer des Verdrängens brüchig und er begann […] darüber zu reden“ (Louisa Marie Summer).

Als Enkelin eines deutschen Soldaten reiste die Fotografin 2012 und 2013 in die Ukraine. Mit der Kamera suchte sie Orte des früheren Geschehens auf – und begegnete den Menschen, die dort leben.

Zwischen den Bildern öffnen sich zwei Zeitebenen: die Jahre der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg, in denen Gewalt, Ausbeutung und Verfolgung tiefe Wunden hinterließen, und die Gegenwart. Bereits seit 2014 herrscht wieder Krieg in der Ukraine, der im Februar 2022 mit dem russischen Großangriff eine neue, zerstörerische Dimension annahm. Viele Orte, die Louisa Marie Summer damals noch in Friedenszeiten fotografierte, sind heute zerstört oder besetzt. Zurück bleiben Bilder von Begegnungen – und die drängende Frage: Was ist aus den Menschen geworden? Der erneute Einbruch der Gewalt legt sich über Städte, Dörfer und Biografien und lässt Gewissheiten zerbrechen, die lange als sicher galten.

Die Ausstellung regt dazu an, innezuhalten und genau hinzusehen: Auf die Spuren des Zweiten Weltkriegs, die aktuelle Situation in der Ukraine und die Erfahrungen von Zerstörung und Vertreibung. In der Kapelle der Versöhnung, einem Erinnerungsort der Gedenkstätte Berliner Mauer, stellt sie die Frage, was diese Vergangenheit heute für Deutschland bedeutet. Erinnerung kann helfen, Verantwortung zu übernehmen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Demokratie und Frieden zu schützen.

Aus diesem Erinnern heraus richtet sich der Blick auf die Gegenwart: Wie bewahren wir Freiheit und Demokratie, wenn sicher geglaubte Fundamente ins Wanken geraten?

Ort: Wandelgang der Kapelle der Versöhnung, Bernauer Straße 4, 10115 Berlin

Eröffnung: Donnerstag, 17. September 2026, 18:00 Uhr

Veranstaltung zur Ausstellung: Samstag, 10. Oktober 2026, 15:00 Uhr

Gespräch in der Kapelle der Versöhnung mit der Fotografin und weiteren Gästen zu den Hintergründen ihrer Ausstellung.

„Hüterin der Erinnerung“
Ausstellung „Ach wäre nur der Krieg vorbei …“ Spurensuche in der Ukraine – Von West nach Ost auf der Marschroute meines Großvaters von Louisa Marie Summer in der Kapelle der Versöhnung in Berlin, 14. September – 16. Oktober, 2026, Vernissage am 17. September, 2026 um 18:00 Uhr

Kontakt:

Esther Schabow, Referentin Erinnerungsarbeit, Kultur & Öffentlichkeit für die Kapelle der Versöhnung e.schabow@kapelle-versoehnung.de

Louisa Marie Summer, mail@louisasummer.com / www.louisasummer.com

Bildnachweis: © Louisa Marie Summer